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Von Mensch zu Mensch - persönliche Worte unseres Bürgermeisters in einer Ausnahmesituation

Liebe Ellefelder,
liebe Freunde und Unterstützer von Ellefeld,


heute ist Frühlingsanfang! - Es hat aber scheinbar keiner bemerkt. Schnell wird klar, es liegt nicht an dem trüben Wetter von heute, wie man vermuten könnte, sondern an der derzeitigen Krisensituation mit all ihren Begleiterscheinungen.

In meinem Wort zum Jahresbeginn schrieb ich folgende Zeilen: „…in jedem Neuanfang schwingt der Geist von Machbarkeit und Möglichkeit. Gemeinsam etwas Neues anzufangen bringt Dynamik in unser Unterwegssein und auch die Chance, etwas neu anpacken und bewegen zu können.“ Zur Zeit spüren wir eher Machtlosigkeit, Unmöglichkeit, Stillstand und Einschränkung. Wir dürfen nicht unterwegs sein.

Heute ist Frühlingsanfang - trotz alledem. Diesen, heute kaum beachteten Anfang, möchte ich zum Anlass nehmen, von Hoffnung zu reden. Mit der Annahme der Situation, der Besinnung auf unsere Werte, unser schönes Land, unsere Freundschaften, Familien, Beziehungen und vielem mehr dürfen wir einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft wagen, auch wenn viele Fragen noch offen sind und das Schlimmste vielleicht noch nicht überstanden ist. Wenn die Krise vorbei ist, haben wir die Chance auf einen neuen Anfang und müssen nicht weitermachen wie bisher.

Heute ist Frühlingsanfang und in drei Wochen feiern wir das Osterfest. Sicherlich anders als sonst, die Kirchen werden leer sein, die Familientreffen nur begrenzt stattfinden, Freunden und Bekannte wird man vielleicht nur wenig begegnen. Dennoch werden die Gläubigen die „Auferstehung des Herrn“ feiern und ich wünsche mir, dass wir dann auch alle gemeinsam die „Auferstehung“ aus dieser Krise feiern und neu anfangen. Dürfen wir Hoffnung haben? Ich meine Ja!

Liebe Ellefelder,
ich habe in diesen Zeilen auf die allgemeinen Informationen und Verhaltenshinweise verzichtet, weil ich denke, dass Sie damit gut versorgt sind. Wir werden auf unserer Homepage weiterhin, wie gewohnt, aktuelle Informationen weitergeben und in Funk und Fernsehen ist „Corona“ auch mehr als präsent. Wenn Sie darüberhinaus weitere Fragen und Anliegen haben oder Hilfe brauchen, können Sie sich über die bekannten Kanäle an die Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung oder an mich persönlich wenden. Wir werden mit all unseren Möglichkeiten versuchen, zu helfen. Bitte geben Sie meinen „Frühlingsgruß“ auch an Menschen in Ihrem Umfeld weiter, die keinen Zugriff dazu haben. Wir stellen hierfür einen Download zum Ausdruck bereit.

Ich bedanke mich bei allen, die in diesen Krisenzeiten in den „systemrelevanten Berufen“ für uns bis an ihre Belastungsgrenze und manchmal darüber hinaus arbeiten. Ein Dank geht auch an die Eltern, die einen reibungslosen Verlauf bei der Schul- und Kinderwelt-Schließung möglich gemacht haben, trotz der Probleme und Einschränkungen, die viele damit haben.

Wir müssen in dieser Zeit noch mehr als sonst einen Blick für unsere Nachbarn, für ältere und hilfsbedürftige Menschen haben und uns gegenseitig helfen, wo es nur geht. Für unsere Unternehmer und Gewerbetreibende ist es eine besonders harte Zeit. Neben den finanziellen Hilfen, die wir von Bund und Land erwarten, sollten wir als Ellefelder auch überlegen, wo wir jetzt oder nach der Krise unterstützen können. Je länger die Zeit dauert, um so wichtiger wird es, gegen die Einsamkeit zu kämpfen. Auch ein freundliches Wort kann helfen. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Kommunikation, rufen Sie Nachbarn, Freunde und Bekannte an, bleiben Sie in Kontakt, tun Sie alles, um unseren Zusammenhalt zu stärken und werden Sie dafür im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten aktiv und kreativ.

Liebe Ellefelder, liebe Freunde und Unterstützer von Ellefeld,
ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zeit, die Sie sich zum Lesen dieser Zeilen genommen haben und wünsche Ihnen alles Gute.

Heute ist Frühlingsanfang - unbemerkt und dennoch hoffnungsvoll.

Jörg Kerber
Bürgermeister von Ellefeld

 

20.03.2020


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