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Ausstellung *Ersten Grades - Wortmalerei*

Eine Ausstellung des Geschwisterpaares Susanne Fränkel und Klaus-Peter Hirthe findet im Oberen Schloss in Ellefeld statt. Die Beiden verbinden Wortmalerei und gemalte Poesie. Dazu gesellt sich die Künstlerin Christina Prägler. Die Eröffnung findet am 15.05.2019 um 18.00 Uhr statt. Dazu laden wir herzlich ein.
Die Ausstellung hat zum Schlossfest am 18.05.2019 ihren Höhepunkt und bleibt bis zum 30.09.2019 nach Terminabsprache zu sehen.

2019 vernissage

Blick in die Ausstellung im Oberen Schloss in Ellefeld


Künstlerische Familienbande

„ Ersten Grades – das bedeutet keinesfalls, dass wir uns selber so super finden“ sagen die beiden in Plauen geborenen Geschwister Susanne Fränkel (Jahrgang 1954) und Klaus-Peter Hirthe (Jahrgang 1967) schmunzelnd, „nein, wir finden es einfach ein gelungenes Wortspiel, das nicht nur unseren Verwandtschaftsgrad unterstreicht, sondern auch die Nähe von Lyrik und Malerei, sowie der von uns bevorzugten Ausdrucksformen.“ Diese sind modern romantisch, mit Anleihen aus Ex- und Impressionismus. Die beiden erinnern dabei auch an ein Zitat von Leonardo da Vinci: „Malerei ist eine stumme Poesie und die Poesie ist eine blinde Malerei.“ „Zwei Seiten einer Medaille also“, bekräftigt Klaus-Peter  Hirthe.

2019 vernissage1Susanne Fränkel und Klaus-Peter Hirthe (v.l.n.r.)

Susanne Fränkel beschäftigt sich schon von Kindesbeinen an mit Farben, Dekoration und Entwurf. Dies zieht sich auch durch einen Teil ihres Berufslebens. Lehre und spätere Arbeit als Musterzeichnerin bei Plauener Gardine und Halbmond Teppichwerken Oelsnitz/Vogtland. Später arbeitete sie als Mitarbeiterin in der Redaktion für Modezeitschriften (Sybille, Pramo, Saison) beim Verlag für die Frau in Leipzig, als Handkoloristin für Kunstblätter im selben Verlag, sowie in der Entwurfsabteilung der Plauener Handstickerei. Susanne Fränkel interpretiert ihre Umwelt auf romantische Weise, aber immer mit einem harten realistischen Kern. „Natur im Spiegel zwischen Werden und Vergehen, die Veränderlichkeit zwischen Tag und Nacht, das sind meine Themen. Und wer genau darauf achtet, der wird auch meine jeweilige Gemütslage beim Malen erkennen können“, gibt Susanne Fränkel mit einem schalkhaftem Lächeln preis. Und: „Glück findet man nur in kleinen Dingen. Das sind Dinge die man selten mit Geld bezahlen kann. “ „Am besten und am häufigsten male ich in der dunklen Jahreszeit. Wenn die Natur ruht, finde ich die Ruhe kreativ zu sein. Erlebtes Revue passieren lassen, Empfindungen zu rekapitulieren. Im Frühjahr und Sommer zieht es mich eher hinaus in Garten, Wald und Flur.“

Auch Klaus-Peter Hirthe beschäftigte sich schon früh mit Literatur, Kunst und Musik. Seine Ausbildung aber sollte technischer Natur werden. Straßenbauer mit Abitur, Studium an der Technischen Universität Dresden mit Abschluss als Diplomingenieur für Bauwesen. Viele Jahre Arbeit als Bauleiter, später technischer Betriebsleiter und heute als Projektverantwortlicher im öffentlichen Dienst. „Musik und Literatur waren schon immer mein Hobby. Richtig mit Lyrik ging es erst vor gut 15 Jahren los. Im Zuge der immer größeren Popularität von deutschsprachiger Rockmusik, ärgerte ich mich oft über die meist banalen Texte. Deshalb begann ich selber welche zu schreiben. Naja und einmal damit angefangen, war das, als ob sich da innerlich etwas in mir über längere Jahre aufgestaut hatte, das nun endlich raus wollte.“ Auf einen Rutsch entstanden da eine ganze Menge Texte  und das nicht ohne Erfolg. Beim Jokers-Lyrik-Wettbewerb des Weltbild Verlages, der im gesamten europäischen deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausgetragen wurde und an dem ungefähr 7500 Lyriker und Hobbykünstler teilnahmen, holte Klas-Peter Hirthe im Jahr 2012 mit seinem Gedicht „Trabantensommer“ einen von zehn ersten Plätzen. „Das war einfach unglaublich.“

Mittlerweile sind einige neue Gedichte entstanden – die auch mal ein bisschen „an die Luft wollen“, sagt der bodenständige Lyriker. „Diese in einer gemeinsamen Ausstellung mit meiner Schwester zu realisieren, schwebte mir schon länger vor, eben auch deshalb weil wir an unserem gegenseitigem Schaffen so viele gedankliche und emotionale Schnittpunkte gefunden haben.“

Und was halten die Geschwister eigentlich gegenseitig von ihren Werken? Klaus-Peter Hirthe: „Ich bin ein großer Fan der Bilder meiner Schwester. Sie schafft es, dass sie zu mir sprechen. Wenn ich mir zum Beispiel ein Winterbild von Susanne ansehe, dann sehe ich die Kälte, den Frost, den Kampf der Natur mit der Gefahr des Todes, die Melancholie der kurzen Tage, aber auch die Ruhe, das Luftholen, das Kräfte- und Energiesammeln… Andere Bilder wiederum strahlen einfach, Wärme, Licht und Momente des Glücks aber auch der Trauer aus. Kein Platz für Kitsch!“

Und Susanne Fränkel über ihren Bruder: „Ich verstehe oft nicht, wo er die ganzen Wörter, Gedanken her nimmt. Ich liebe viele seiner Gedichte, wenn ich sie auch oft sehr schwermütig finde.“ Klaus Hirthe antwortet: „Ich finde meine Gedichte eigentlich nicht schwermütig. Sie sind halt nur nicht lustig! Meine Vater sagte mal zu mir: „Junge, warum schreibst du denn nicht mal was Lustiges?“ und ich hab gesagt: „Papa! Lustig bin ich in der Kneipe.“

Die erste Ausstellung dieser Art fand 2018 in der Lochmühle in Hirschfeld statt. Dieses Jahr möchten die beiden Vogtländer auch ihre Landsleute von ihren Arbeiten überzeugen. Das besondere Ambiente des alten Herrenhauses „Oberes Schloss“ in Ellefeld bietete sich geradezu als Projektionsfläche für lyrische Kunst an.

Als besonderen Höhepunkt haben die Geschwister ihre Tante Frau Christina Prägler eingeladen, zusammen mit ihnen auszustellen, um das individuelle „Kunstgen“ der Familie zu unterstreichen. Die ebenfalls in Plauen geborene Malerin und Diplom-Pädagogin gehörte seit 1986 zum Malzirkel des bekannten Zwickauer Grafiker, Malers und Kunstpreisträger Edgar Klier (1926-2015), dessen Leitung ab 2006 von der Künstlerin Christine Hans übernommen wurde. Derzeit engagiert sich Frau Prägler im bekannten Malzirkel „Steinkohle“ und kann auf viele erfolgreiche Ausstellungen allein und zusammen mit ihren Mitstreiter(inne)n unter anderem in der Galerie am Domhof in Zwickau zurückblicken. Der Stil der gebürtigen Vogtländerin ist von einer besonderen Art des modernen Naturalismus und Realismus geprägt. Ihr Blick auf die Umwelt ist vor allem ein Blick aus dem Käfig des eigenen Ichs. Wohlbefinden, Trauer, Agonie – nichts wird geschönt oder gar verklärt dargestellt. Der Mensch im Kreislauf der Natur ist vor allem ein fühlendes Wesen.

 

Vita:

Susanne Fränkel , Jahrgang 1954
beschäftigt sich schon von Kindesbeinen auf mit Farben, Dekoration und Entwerfen. Diese Vorlieben spiegeln sich auch in einem Teil ihres beruflichen Werdegangs wieder:
-Ausbildung und Arbeit als Musterzeichnerin bei Plauener Gardine und Halbmond Teppichwerken Oelsnitz
-Mitarbeiterin in der Redaktion für Modezeitschriften beim Verlag für die Frau in Leipzig, später Arbeit als Koloristin beim selben Verlag
-Arbeit in der Entwurfsabteilung der Plauener Handstickerei, Entwicklung eigener Tischdeckenmuster für den Export (Quelle, Neckermann)

Klaus-Peter Hirthe, Jahrgang 1967
arbeitet als Bauingenieur im öffentlichen Dienst
schreibt seit etwa  15 Jahren Lyrik, einige Preise und Veröffentlichungen
Jokers-Lyrik-Preis des Weltbild-Verlages Augsburg (Deutschland, Österreich, Schweiz) 2009 – Platz 4,
2012 – Platz 1

Christina Prägler, Jahrgang 1944
Diplom-Pädagogin im Ruhestand
Seit 1986 im Malzirkel von Edgar Klier, derzeit Malzirkel „Steinkohle“ in Zwickau
Teilnahme an vielseitigen Ausstellungen in und um Zwickau
2019 vernissage2Christina Prägler

  
Text und Fotos: Klaus-Peter Hirthe 
Mai 2019


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