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Weihnachtsgruß des Bürgermeisters Jörg Kerber

(veröffentlicht im Ellefelder Boten, Dezember 2018)

 

Liebe Ellefelder,
liebe Leserinnen und Leser des Ellefelder Boten,

was erwarten wir nicht alles und was wird nicht alles von uns erwartet?

Die Stellenbeschreibung eines Jobs wirbt mit positiven Rahmenbedingungen, der Vergütung, dem jungen dynamischen Team, aber irgendwann ist auch klar formuliert, was man von Ihnen erwartet. Der Vorsitz einer großen Volkspartei ist neu besetzt - die Erwartungen an die handelnde Person sind hoch. Der Junior hat die Schule begonnen, die Erwartungen der Eltern begleiten ihn. Digitalisierung ist in aller Munde, man ist sogar dabei, einen Digitalpakt zu schließen. Die Schulen müssen ans schnelle Netz und ein neuer Funkstandard muss flächendeckend eingeführt werden - die Erwartungen an die Digitalisierung sind hoch. Wir erwarten maximale Individualität, absolute Freiheit und Sicherheit bei bester Gesundheit.

Erwartungen können kaum noch übertroffen werden. Die heutigen Erwartungen sind in Geschwindigkeit, Exklusivität und in jeglicher Dimension kolossal und deshalb tritt das Unerwarete immer häufiger ein,  macht uns manchmal unzufrieden, ängstlich und depressiv.

Liegt es daran, dass vieles kaum noch zu erwarten ist, zum Beispiel, wenn der Osterhase mit seinen Ostereiern im Kaufregal schon wieder einmal nach den Weihnachtsmännern und den Christstollen schmeißt? Liegt es daran, dass wir dem Schrittmaß des Fortschritts als Menschen nicht mehr standhalten? Liegt es an unserer Erwartungshaltung? Oder doch am System? Interessante Fragen, denen man nachgehen sollte. Noch interessanter wären wohl die Antworten darauf, die aber, so vermute ich zumindest, keiner so einfach geben kann.

Liebe Leserinnen und Leser, es ist die Dezemberausgabe des Ellefelder Boten, es ist mein Weihnachtsgruß, den Sie gerade lesen, Sie erwarten mit Recht an dieser Stelle einen Rückblick auf das Jahr 2018, den will ich nach dieser vielleicht etwas unerwarteten Einleitung liefern.

Die freien Tage von Weihnachten und die "zwischen den Jahren" zeichnen schon jetzt ein Lächeln in unser Gesicht und Herz. Sie erlauben uns Freiraum für Rückblick und Ausblick.

In der Erinnerung sehen wir ein gutes, ereignisreiches Jahr für Ellefeld. Gemessen an den Erwartungen am Anfang des Jahres, war es auch erfolgreich. Bevor ich ein paar Dinge davon noch einmal vor Augen führe, will ich, wie immer an dieser Stelle, gerne die Gelegenheit nutzen zu danken, auch im Namen des Gemeinderates. Viele haben sich wieder für unseren Ort und für die Menschen, die hier leben, eingesetzt und investiert. Herzlichen Dank für den vielseitigen ehrenamtlichen Einsatz in den Vereinen und Kirchgemeinden, auf unseren gemeinsamen Festen, bei so manchen Höhepunkten in Verein, Schule und Kinderwelt oder auch bei den vielen, manchmal unbemerkten Gelegenheiten. Danke an die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die neben ihren Einsätzen so manche Aktion absichern mussten. Danke auch allen, die an den Projekten für unsere Kommune mitgearbeitet haben und damit an den Erfolgen wesentlich beteiligt waren. Vielen Dank an alle Planer und alle Firmen, die mitwirkten, auch das Team der Gemeindeverwaltung und der Bauhof seien hier ausdrücklich erwähnt. Vielen Dank an Handwerker, Firmen und Gewerbetreibende unseres Ortes. Von dem Erarbeiteten lebt zum großen Teil unsere Gemeinde.

Gleich zu Beginn des Jahres wurde durch den Gemeinderat der Beschluss gefasst, das Gebäude "Ellefelder Markt" mit den Nebengelassen und dem Grundstück zu ersteigern. Schon Mitte des Jahres konnte dieser Beschluss umgesetzt werden.

Der Begrüßungsabend "Empfang für Zugezogene" wurde erneut im Februar durchgeführt. Ebenso fand auch wieder der "Vereinsstammtisch" statt, bei dem die Verantwortlichen aller Vereine des Ortes zur gemeinsamen Jahresplanung zusammen kamen.

Im April, pünktlich zu seinem 40. Geburtstag, eröffnete Daniel Weber zusammen mit seiner Frau Daniela den Ellefelder Speisewagen auf unserem Marktplatz - eine Belebung für unseren Marktplatz und eine Bereicherung für unseren Ort.

Ein größeres Bauprojekt fand in diesem Jahr in unserem Park statt. Vor 80 Jahren angelegt, wurden nun einige Wege erneuert, Sitzstufen aus Granit rund um das neugestaltete Podest mit Pavillon angeordnet, ein Klang- und Erlebnispfad eingerichtet und das ganze durch eine moderne LED-Beleuchtung ergänzt. Es wurde im Bautagebuch darüber berichtet.

Eine nicht so sichtbare, aber dennoch wichtige Baumaßnahme war die Erneuerung der Sohle der Göltzsch oberhalb vom Marktplatz und die Stützmauer an der Hammerbrücker Straße.

Mitte des Jahres fanden sich unter dem Namen "Junges Ellefeld" eine Gruppe junger Menschen zusammen, die Ellefeld aktiv mitgestalten wollen. Erste Akzente konnten sie etwa beim Familienfest in der Kinderwelt Ellefeld, mit der "Button-Maschine" auf der Kirmes und bei der Tannenbaumparty im November setzen. Ihre Aktionen planen sie vom Jugendbüro im Göltzschtalblick aus.

Mit gemischten Gefühlen schauen wir auf den Wettbewerb "Ab in die Mitte!" zurück. Viel Freude hat das gemeinsame Arbeiten an unserem Projekt gemacht. Durch die große Beteiligung konnten tolle Ideen entwickelt werden. Da wir bei der Preisverleihung leer ausgingen, blieb diese hinter unseren Erwartungen zurück. Wir haben für den Moment mit dem Projekt zu "hoch gestapelt". Trotzdem wollen wir damit weitermachen.

Die Kirmes von Ellefeld war wieder ein Höhepunkt, mit all ihren Facetten und dem traumhaften Sonnenschein und den sommerlichen Temperaturen an allen drei Tagen.

Soweit ein Ausschnitt aus den Ellefelder Ereignissen des Jahres 2018. Wenn wir aufmerksam darauf zurückblicken, wird uns bewusst, dass wir viele Gründe haben, dankbar zu sein. Mit diesem Bewusstsein können wir in die Weihnachtszeit gehen. Aber Vorsicht vor der "Weihnachts-Erwartungsfalle". Packen wir nicht zu viel auf den Wunschzettel. Auch wenn es das Weihnachtsfest ausmacht, so bleibt doch das Kind, der Sohn Gottes als Mensch in einer Krippe, dabei oft unerwartet.

Erwarten wir das Unerwartete! Lassen wir uns überraschen. Wer weiß, vielleicht werden wir mit Frieden, Freude, Dankbarkeit und Gelassenheit beschenkt. Ist das zu viel erwartet?

Eine fröhliche Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Start für das neue Jahr wünscht Ihnen

Ihr Bürgermeister
Jörg Kerber


Grafik: Gemeindeverwaltung 
Text: Jörg Kerber
21.12.2018


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