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Ungebetener Gast auch im Ellefelder Kommunalwald

Der Borkenkäfer

Der extrem trockene Sommer 2018 wird deutschlandweit in die Geschichte eingehen. Das Ausbleiben von Regen über Monate hinweg hat der Landwirtschaft großen Schaden zugefügt. Betroffen nehmen wir die Bilder vertrockneter Ackerflächen zur Kenntnis, wir sehen Bach- und Flussläufe, die zu Rinnsalen wurden, der Wasserspiegel von Talsperren ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In den Fischteichen ersticken die Karpfen, der Wasserbedarf für das Weidevieh ist kaum zu schaffen. Und doch ist das nur ein Teil der Wahrheit. Nicht ganz so offensichtlich zeigen sich die Schäden in der Forstwirtschaft. Die durch Wassermangel geschwächten Nadelbäume sind anfällig für Schädlinge. Die warme und trockene Witterung führte zur explosionsartigen Vermehrung der Borkenkäfer. Die derzeitige deutschlandweite Befalls-Situation ist die schlimmste seit Ende des zweiten Weltkrieges.

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Die Bekämpfung ist nur möglich durch das Schlagen befallener Bäume und die sofortige Beräumung. Daher können wir auch jetzt, außerhalb der Holzernte-Zeit, fast überall das notwendige Fällen von Waldbäumen beobachten.

Speziell im Ellefelder Kommunalwald mussten einige Bäume sofort gefällt und beräumt werden. Zusätzlich wurde die jährliche kommunale Holzernte für dieses Jahr ausgesetzt. Gemeinsam mit dem Revierförster wurde geplant, dass die Holzernte für das Jahr 2019 gleich im Februar durchgeführt wird und dabei alle, vom Borkenkäfer befallene, Bäume gefällt werden.

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Ronny Siegert begutachtet befallene Fichten im Ellefelder Wald.

Borkenkäfer: Unter diesem Namen kennen wir eine Gruppe von Holzschädlingen, von denen der so genannte Buchdrucker besonders gefährlich werden kann. Der etwa 5 mm große Käfer befällt fast alle Nadelbäume des Waldes. Gesunde Bäume können die Schädlinge durch Giftstoffe im Harz abwehren, diese Abwehrkraft ist bei geschwächten Bäumen kaum mehr wirksam. In raffinierter Weise erzeugen die Käfer aus dem Harz einen Duftstoff, der weitere Käfer anlockt. Die Käfer und deren Larven besiedeln die Rinde und unterbrechen damit den Stofftransport im Stamm. Die Nadeln werden abgeworfen, der Baum vertrocknet. Der Befall hört mit dem Tod des Baumes nicht auf, auch liegendes Holz wird weiter befallen.

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Fraßgänge des Buchdruckers dicht unter der Borke.

 
Text und Foto: Horst Teichmann
Titel- und Eingangsbild: www.pixabay.com
Informationen: Gemeindeverwaltung Ellefeld
23.11.2018


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